Freitag, 3. August 2012

Meine Meinung zu Amazon's "Kindle"

Ich weiß, ich weiß, gerade in Kreisen von "Hardcorelesern" ist dieses Thema sehr kontrovers. Den einen oder anderen Lacher von Freunden habe ich für meinen Kindle auch schon bekommen. Ich werde mich im Folgenden erst mal nur vollkommen objektiv mit Ebook-Readern allgemein auseinandersetzen (in Form einer guten, alten "Pro-Con"-Liste, am Beispiel des Kindle), bevor ich dann die speziellen Vorteile des Kindle und meine subjektive Empfindung schildere, bzw. meine Meinung zur subjektiven Empfindung anderer.

Die Pros des Kindle gegenüber dem Buch sind nicht gerade wenig. Da hätten wir zum Beispiel den großen Vorteil, dass die Bücher meist um mehrere Euros billiger sind als die gedruckten Versionen. Dem muss man natürlich den Preis des Kindle gegenrechnen, nämlich 99€. Dieser Pluspunkt mag also nur für Vielleser einer sein.
Auch ist, und das ist nicht unbedingt wichtig, der Kindle leichter als ein durchschnittliches Buch. Macht sich wohl auch erst nach mehreren Stunden Dauerlesen bemerkbar.
Da ich früher andauernd meine Lesezeichen verloren habe ist es für mich recht nützlich, dass der Kindle direkt zur zuletzt gelesenen Seite des Buchs zurückspringt. Dies mag für andere wohl nicht so bedeutend sein, aber dennoch ist es ein Feature.
Mit dem Kindle kann man im hellen Sonnenlicht lesen, der Bildschirm ist nämlich kein gewöhnlicher Computerbildschirm, sondern ein "E-Ink"-Display, der auch viel besser für die Augen ist. Und mit dem Kindle bei hellem Sonnenlicht lesen ist definitiv auch gesünder für die Augen, als ein herkömmliches Buch bei hellem Sonnenlicht zu lesen (ich bin doch nicht der Einzige, der dieses unangenehme Stechen in den Augen hat, wenn er bei Sonne ein normales Buch liest, oder?).
Auf dem Kindle sind Projekte realisierbar, die es in gedruckter Version niemals geben würde. Auch kleinere Nischenprodukte. 20-Minuten-Serien wie "Kleine Morde für Zwischendruch", zum Beispiel.
Wie lange dauert es, bis ein normales Buch, aus dem Internet bestellt, bei einem ankommt? Mehrere Tage mit Sicherheit. Beim Kindle reicht ein einziger Klick, und das Buch wird heruntergeladen. Oder man lädt es sich auf den Computer, schließt den Kindle an und verschiebt es auf das Gerät. In jedem Fall ist die Wartezeit auf den neuen Schmöker extrem verkürzt.
(Bitte schreibt es mir, sollte ich etwas vergessen haben.)

Nun zu den Vorteilen des Kindle gegenüber anderen Ebook-Readern, bzw. was ihn von den Konkurrenzprodukten unterscheidet.
Zum einen hätten wir natürlich Amazon als Shop für sämtliche Ebooks und alles Zubehör. Dieses Zubehör fällt sehr üppig aus: Lederhüllen, Lederhüllen mit integrierter Leselampe, Sleeves, einfache Hüllen, Skins, Leselampen, sogar einen speziellen Folien-Displayschutz. Von Fremdanbietern werden auf Amazon auch einige Hüllen mit extravaganterem Design angeboten.
Gegenüber diesen technischen Sachen ist das Wichtigste das Angebot von Büchern, welches man für seinen Ebook-Reader bekommt. Beim Onlineshop-Giganten Amazon gibt es diese en masse. Laut Amazon gibt es über 100.000 deutsche Titel, und insgesamt mehr als 1.000.000 Ebooks (momentan ca. 1.435.000) in allen Sprachen. Dazu noch tausende deutschsprachige Klassiker, die kostenlos angeboten werden. 70 Jahre nach dem Tod des Autors verfällt das Urheberrecht auf sein Werk. Und während man für diese Bücher in gedruckter Form noch Materialkosten und die Vertriebskosten des Versandes hätte, kann Amazon sie einfach kostenlos zum Download anbieten.
Die zahlreichen Deals, die Amazon für sein Kindle veranstaltet, sind ein weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Egal wie unbedeutend ein Feiertag auch sein mag, an einfach jedem werden ein paar kostenlose Ebooks herausgegeben. Dazu finden zwischendurch noch Specials statt, wie zum Beispiel Rabatt auf Kindle-Zubehör oder auf eine ganze Palette von Ebooks. Auch gibt es noch den "Kindle-Deal des Tages", bei dem täglich ein englischsprachiges Ebook extrem herabgesetzt wird.
So viel zu den reinen Konsum-Vorteilen. Amazon als Plattform für den Vertrieb von Ebooks bringt aber einige weitere Vorteile mit sich, die weniger einen reinen Leser als vielmehr einen Autor interessieren könnten. Vor allem einen weniger bekannten (Hobby-)Autor oder einen, dessen Einsendung bei einem Verlag nicht angenommen wurde: Die- oder derjenige kann sein Buch über "Kindle direct Publishing" veröffentlichen. Dabei wird man zu 70% an den Verkaufspreisen beteiligt, ein Wert, den man mit seinem gedruckten Debüt niemals erreichen würde. Über den "Entdeckt!"-Amazon Autorenpreis kann man dann noch kräftig die Werbetrommel für einen selbst schlagen, wenn man ordentlich Glück und Talent hat.

Die Cons des Kindle rühren meist eher aus subjektiver Empfindung, allerdings gibt es natürlich auch etwas Objektives, was daran auszusetzen ist. Anders als ein Buch hat der Kindle natürlich eine Akkulaufzeit, und auch wenn dieser bei mir eine gute Woche hält, ist das natürlich ein Nachteil.
(Gibt es noch mehr objektive Cons? Schreibt sie mir.)

Jetzt kommen wir zu den vielen, vielen subjektiven Cons. Diese reichen von "Ich möchte aber meine Bücher im Regal stehen haben" bis hin zu "Ich mag es, wie sich die Seiten eines Buchs anfühlen". Das ist ja alles schön und gut und für den Einzelnen mögen das auch Gründe sein, den Kindle nicht zu kaufen. Haben aber in einer objektiven Bewertung nichts verloren.

Gut, damit wären wir auch schon wieder am Ende. Kommentiert mir mehr Gründe. Besitzt ihr den Kindle? Seid ihr einer Meinung mit mir?

2 Kommentare:

  1. Du hast einen entscheidenne fehler gemacht: du rezensierst nich den Kindle, sondern E-Book-Reader allgemein - all deine Vor- und Nachteile hat mein Sony auch :d

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    1. Stimmt, da hast du vollkommen recht. Die Vorteile, die speziell der Kindle bzw. der Amazon Kindle Shop hat, werde ich noch ergänzen. Vielleicht stelle ich irgendwann noch einmal einen Vergleich zwischen beiden Geräten an, den Oyo von Thalia nehme ich dann wohl auch noch mit rein.

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