Samstag, 11. August 2012

Ein geschriebenes Stück Heldentum - Die Flugblätter der "Weißen Rose"


Jeder sollte die Weiße Rose und ihr kurzes, aber dennoch bedeutendes Lebenswerk kennen. Dieser Gedanke, dass ein Terrorregime unter Einsatz des eigenen Lebens gestürzt werden muss, und dieser Mut, genau das bis zum eigenen, bitteren Ende zu verfolgen. Das ist ein Stück Heldentum in der realen Welt. Gerade in dem dunkelsten Kapitel der deutschen und der Weltgeschichte.

Die Weiße Rose war eine Gruppe zu Zeiten des NS-Regimes, die christlich motiviert mit der Verteilung von Flugblättern passiven Widerstand geleistet hat. 6 Flugblätter an der Zahl, die in München verteilt wurden.
Die berühmtesten beiden Mitglieder der Gruppe waren die Geschwister Scholl, Hans und Sophie. Das liegt zum einen daran, dass sie die beiden profiliertesten Mitglieder der Weißen Rose waren. Aber auch und vor allem sind sie berühmt, da sie für ihre Ideen von Frieden und Freiheit vom NS-Regime einen Märtyrertod starben. Die beiden wurden verhaftet, im dritten Prozess nach Monaten zum Tode verurteilt und sind noch an diesem Tag mit der Guillotine enthauptet worden, weil sie beim Verteilen des sechsten Flugblatts in der Universität München entdeckt wurden.

Jetzt könnte man sich natürlich fragen, warum ich dieses Thema hier anschneide und warum dieser Post unter das Label "Rezensionen" gefasst wurde. Der Grund liegt darin, dass es die Flugblätter der Weißen Rose bei Amazon kostenlos als Kindle-Edition-Ebook zum Download gibt. Als ich das gesehen habe, habe ich es mir sofort  heruntergeladen. Zu meiner Schande muss ich eingestehen, die Flugblätter zuvor noch niemals gelesen zu haben.
Damit können wir jetzt zur eigentlichen Rezension kommen, der Rezension der Flugblätter.
Groß kritikfähig ist das Werk der Weißen Rose natürlich nicht. Immerhin stellen sie genau die Deutschen zur NS-Zeit dar, die heute unsere Helden sind: Deutsche, die der Beweis sind, dass selbst zu Zeiten des deutschen Terrorreiches nicht alle hier rechts waren. Dass sich auch hier Stimmen gegen den NS-Schrecken erhoben haben und sogar für ihre Überzeugungen gestorben sind. Solches Heldentum macht es fast unmöglich, das Werk zu kritisieren.
Dennoch bleibt mir zu sagen, dass ich die beiden Worte "christlich motiviert" doch ein wenig unterschätzt habe. In den Flugblättern werden der Widerstand gegen den rechten Terror (nicht metaphorisch gemeint, wohl angemerkt) als der Kampf zwischen Himmel und Hölle auf Erden und Hitler als der lebendige Satan beschrieben , was für einen Nichtgläubigen wie mich ein wenig suspekt war.
Was natürlich nichts an den wahren Aussagen der Flugblätter ändert.
Zu stilistischen Aspekten bleibt zu sagen: Die Argumente sind schlüssig aufgebaut und lesen sich wunderbar: Hier wurden sinnvolle Ketten von Argumenten geschickt mit Pathos verbunden. Stilmittel wie rhetorische Fragen wurden gut angewandt, um den Leser viel mehr einzufangen. Man könnte fast sagen, dass es so gut wie unmöglich ist, willentlich mitten in einem der Flugblätter aufzuhören zu lesen.

Am Schluss kann man also nur mit einigem Respekt und zwei neuen Vorbildern (Hans und Sophie) verbleiben.

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